Donnerstag, 29. Dezember 2016

Winter: Almhütte

Irgendwie steckt die Bambiexpedition fest. Im Winter, im Wetter, meine dicke Hand im Glas.

Meine Bambi Expedition nimmt nun also eine kleine Abzweigung mit der *tatatatattatat* Winter Edition. Ein Glas voller Winterwörter, die mich hoffentlich durch den Winter bringen, mein Herz wärmen und die dunklen Tage leuchten lassen.

Ich hoffe diese Expedition ist erfolgreicher. Es wäre schön am Ende des Winters einen ganzen Stapel glücklicher und gelungener Missionen gemeistert zu haben und nicht ein trauriges, mit Zettel gefülltes unerfülltes Projekt im Wohnzimmerschrank einstauben sehen zu müssen.

Pünktlich zur Bescherung am 24.12. steht mein prall gefülltes Glas vor mir.

Meine erste Mission "Almhütte" stellt mich vor eine große Aufgabe. Wegfahren? Geht nicht - ich habe keinen Urlaub. Almrestaurant - keine Lust.
In der Mittagspause Spätzle, Käse und Röstzwiebeln essen? Gute Idee, falls mir gar nichts mehr einfällt (aka Jeder Plan hat einen Notfallplan):-) Mir ist dann aber doch noch eine Idee gekommen:

Traditionell gibt es immer eine Mittagspause auf dem Weihnachtsmarkt. Mit mindestens einem Glühwein und einem entsprechend dann sehr lustigen Restarbeitstag. Perfekt. Und da es in Berlin Vieles gibt, gibt es auch noch eine Art Weihnachtsmarkt nach Weihnachten am Potsdamer Platz mit kleinen Almhütten, Glühweinständen und Bratwürsten. Ich hab mir also meine Lieblingsbine geschnappt und sie war innerhalb von Sekunden begeistert vom Mittagspausen-Almhütten-Expeditionsplan.
Wir haben uns dann das Wetter (nieselig), die verrückten Menschen (viele) und die aktuelle Stimmung (irgendwo zwischen netflixsüchtig, Suppenkoma und Falschgeld) schön getrunken.
Nicht schön, eher machbar, durchhaltbar.
Diesen letzten Tagen dieses verdammt verdammt verdammtem Jahr, haben wir einfach Mittags um 12 Uhr mit warmen Glühwein im Bauch tief in die müden Augen geblickt.

Es gab so viele belanglose Jahre, die man am Jahresende nicht greifen kann, weil es keine Höhen, keine Tiefen und keine Einschnitte oder Errungenschaften gab.

2016 du hast mich berührt. Du bist anders.

Ich habe meine Freundinnen heiraten sehen,
bin vom 5 Meter Turm in einen See gesprungen,
dachte ich sterbe in einem Pool,
jemanden gefunden, der meinen Lieblingsfilm auf 35 mm im Kino mit schaut,
habe meine Vorliebe für Büffelmozzarella entdeckt,
mehr gearbeitet als gut für mich ist und in einen Abgrund geblickt,
ich war mutig und verzweifelt,
habe neue Menschen kennengelernt und andere verloren,
viel gelesen aber immer noch nicht genug,
gelernt, wie unangenehm es ist, wenn die Wohnung Stück für Stück auseinanderfällt,
habe gedacht, es hört niemals auf,
bin alleine nach London gefahren, und hab mich dort so ich selbst und so geborgen, wie schon lange nicht mehr gefühlt,
hab alles gegeben, um die Liebe festzuhalten,
bin immer noch voller Angst, dass der Paps operiert wird.

Ich habe dieses Jahr verflucht, wie sehr es mich gefordert und erschöpft hat, aber letztendlich kann ich jetzt klar und deutlich sehen: Alles wird irgendwann gut oder geht zumindest vorüber und wieviel Liebe, Freundschaft, Familie und großartige Leute um mich herum sind. Ja, 2016 war kacke, aber wenn wenigstens waren wir gemeinsam hier!
 


 


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