Montag, 22. August 2016

Exkurs: Urlaubstag 1 August Urlaub

Vor ziemlich genau zwei Wochen fiel der Entschluss, dass es soweit sein muss: URLAUB. Ehrlich gesagt, ist bei mir der Ofen ziemlich aus, nicht mal mehr das Licht brennt, nichts mit Restwärme, kein Kühlschrank hätte Angst neben mir zu wohnen. Dieses Jahr ist die Arbeit ziemlich viel durch arbeiten und ziemlich wenig durch im Internet surfen und basteln geprägt. Nicht, dass es schonmal jemals wirklich so gewesen wäre, aber in den letzten Monaten bin ich nur selten runtergekommen und ich muss sagen, dass ich wirklich überrascht davon bin, wohin ich die Arbeitsgedanken so mitnehme. Mein Blog war eigentlich dazu gedacht von all dem mal runterzukommen, aber irgendwie hab ich das noch nicht so richtig geschafft. Ich verspreche jedoch, mir mehr Mühe beim Machen zu geben und über das Versuchen hinauszuwachsen. Das heisst: diese Woche Auflockerungsübungen und Exkursion, nächste Woche dann wieder: BAMBI EXPEDITION! Mein erster Urlaubstag startete mit einer S-Bahn Fahrt in die Stadt. Ich habe schon immer die Angewohnheit mir in verschiedenen Situationen vorzustellen, die aktuelle Realität wäre ein Blick in die Zukunft, den ein jüngeres Ich erhaschen kann. Manchmal ist es amüsant, wenn man merkt, dass man genau an der Stelle und an dem Ort gewesen wäre, auch wenn alles anders gekommen ist. Oder das die Situation, ohne Kenntnisse der Rahmenbedingungen, zu viel oder zu wenig Interpretationsspielraum, lässt. Zum Beispiel, wenn man mit dem Ex in ein Konzert geht, zu dem man auch gegangen wäre, wenn man nicht getrennt wäre (ok, heute ist dann offiziell Tag des Konjunktives). Die Situation würde für ein jüngeres Ich so aussehen, als wäre man all die Jahre zusammengewesen und hätte sich nie getrennt. So, aber zurück zu meiner S Bahnfahrt. Die fing nämlich mit einer perfekten Flash Forward Szene an. In dieser ist anscheinend eine Zombie Apokalypse ausgebrochen. Mir gegenüber saß ein verrücktes, wirres Kind mit blauen Zähnen und einer blauen Lippe. Monday Blues mal anders. An der Stelle müsste sich mein jüngeres Ich dann fragen: Normaler Montag in der S 5 von Biesdorf nach Mitte oder Zombieapokalypse im Jahr 2016? Notiz an mich: Lutscher, die blaue Zunge machen, für die Arbeit kaufen. Aktion: Mehr Spannung in Meetings! Gesundbrunnen angekommen waren dort keine Zombies mehr, nur die übliche Mischung aus Verrückten, Verwirrten und Verzweifelten. Mein Plan war von Gesundbrunnen zur Deutsche Bank Kunsthalle zu laufen (über die Chausseestraße /Friedrichstraße bis Unter den Linden), dann zur Daimler Contemporary (am Potsdamer Platz), zwischendurch was Asiatisches zu essen und ganz viel zu entspannen. Los ging es also die Hochstraße im Wedding runter. An einer Frau vorbei, die im Hochparterre aus dem Fenster schaute und über das Fensterbrett gebeugt zu ihrem circa 10 jährigen Sohn sprach. Die Situation wirkte für mich, als würde das Orakel von Wedding zu Herkules sprechen. "Ich habe dir zweimal geantwortet, jetzt fragst du immer noch, wenn du so weiter machst rede ich gar nicht mehr mit dir. " Strange Strange und schade, dass ich ihre Antwort ja niemals erfahren werde. Wer weiß, was mein vergangenes Ich für Wissen in einem solchem Flash Forward/Back erlangt hätte und ob nicht vielleicht die Realität für immer in eine Nußschale gesperrt worden wäre (wenn heute schon Tag des Konjunktivs ist)... Was für ein großartiger Tag, denn meine Route verlief dann immer gerade aus. Gut gegen Verlaufen, gut fürs Handy Akku. . Leider nicht auf einer gelben Ziegelsteinstraße, aber vorbei an einem Laden, vor dem ich schon ca genau vor 4 Jahren stand und in dem japanisches Food verkauft wird (wurde). Damals hab ich mich nicht getraut hineinzugehen, weil der Laden und die Leute, die sich offensichtlich hineingetraut haben, extrem hipp aussahen. Anscheinend ging das aber nicht nur mir so, denn der Laden war geschlossen und fast komplett leer geräumt. Er sah heute genau so aus, wie ich mich damals gefühlt habe. Nach ein paar Kilometern und einem leckerem Singarpurinischen Mittagstisch, kam ich endlich an: Deutsche Bank Kunsthalle. Montag ist immer freier Eintritt und ehrlich gesagt, war ich im Nachhinein auch ein wenig froh, denn für mich hat sich das nicht gelohnt. Ich hab das alles nicht verstanden. Es ging um zeitgenössische polnische Kunst, aber irgendwie hat es nicht gezündet. Man wurde auch noch aufgefordert ein lustiges Bild innerhalb der Ausstellung von sich zu machen und damit einen Preis zu gewinnen. Vielleicht waren meine Erwartungen auch zu groß. Am Eingang stand gleich ein Schild, dass das letzte Kunstwerk wohl besser nicht von Kinder angeschaut wird, schon gar nicht ohne in Begleitung von Erwachsenen. Was man als 13-jährige wirklich will: Entweder das nicht jugendfrei Kunstwerk gar nicht oder mit den Erziehungsberechtigten anschauen. So siehts aus. Bevor ihr jetzt aber alles loslauft um ein wenig Erotik in Blue Mondays zu bringen, so vulgär kann das Kunstwerk nicht sein, ich hab es gar nicht gefunden :-) Nach dieser kleinen Enttäuschung ging es dann zur Daimler Contempary. Ich war schonmal dort und mag diesen Ort total. Ein Ort, der irgendwie eigentlich nicht da ist und manchmal hab ich Angst, dass ich mir das dann nur eingebildet habe. Man ist am Potsdamer Platz und ganz versteckt, weil kein richtig großes Schild darauf hinweist, ist ein kleines Schild, dass einen zum Klingeln auffordert. Dann wird die Tür geöffnet, man watschelt in den 4.Stock, weil: erste Regel für imaginäre Orte, nimm nie den Fahrstuhl!!! Im vierten Stock sitzen dann ein bis drei Empfangsdamen, die einen nicht empfangen, sondern immer irgendwas anderes machen. Die Ausstellungen können aber immer was und sind immer for free. Heute gab es Cowboy Fotos aus den 90ern von Dieter Blum und naja, so was wie gemalte Teppiche von Adolf Fleischmann. Schwer zu beschreiben, aber wirklich wirklich gut. Für mich sah es so aus, als wenn er versucht hat irgendwas zu finden in seinen Mustern, hier ein LINK Danach bin ich Richtung Mall of Berlin wegen eines Frozen Yoghurt Heepers und bin der bösen Masche des dortigen Joghurt Ladens auf dem Leim gegangen, dass man seinen Frozen Yoghurt selber macht (ich meine zapft) und bestreut und dann nach Gewicht bezahlt. Ich rege mich immer noch darüber auf, dass ich das gemacht habe, Katze im Sack. Woher soll ich denn wissen, dass vier Euro erreicht sind :-/ Die Toppings waren auch nicht so toll wie bei WONDERPOTS (wo es wirklich tausend mal besser ist). Na gut, der Cocosnuss-Schokodip war schon sehr crunchy und lecker.. Trotzdem wollte ich keinen Yohurt für 5,91 Euro kaufen :-p Fazit: Was für ein netter Tag in der Stadt. Hatte alles was es braucht: einmal übers Ohr gehauen, einmal enttäuscht, einmal Erwartungen übertroffen und richtig schöner langer 11 km Spaziergang. Und wenn man dann beim Rewe daheim an der Kasse steht und seine Einkäufe in eine Papiertasche packt, weil Rewe endlich den Planeten rettet und nicht mehr diese furchtbaren Plastiktüten verkauft, dann ist die Welt doch einfach in Ordnung. Zumindest solange bis der Mann hinter einem anfängt einen Tobsuchtsanfall zu bekommen, weil seinen geliebten Plastiktüten nicht mehr da sind, die Stoffbeutel wären böse und Papier brennt so schnell. Was kauft der Feuer? Seit wann kann man bei Rewe Glut kaufen? So denn, bis morgen :-)


Mein Beitrag für verrücktes Foto

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen